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veröffentlicht am 07.02.2018

Respekt im Sport bedeutet Respekt in der Gesellschaft

Sportvereine leben Respekt: lsb h zeichnet 24 Sportvereine aus

Respekt im Sport bedeutet Respekt in der Gesellschaft
Mein Name ist Birgit Klingenhöfer und ich leite die Abteilung Sportakrobatik der TG 08 Lispenhausen. In meiner Gruppe turnt ein junger 18 jähriger afghanischer Flüchtling – Said Mosavi. Ich kenne ihn seit August 2016. Durch einen schönen Zufall kam er in meine Gruppe. In seinem Heimatland hat er einige Jahre Bodenturnen betrieben; in seiner damaligen Wohngruppe in Eschwege wurden die Betreuer auf sein Talent aufmerksam und schickten ihn in eine Showgruppe in Eschwege. Als einziger Junge hat er sich da allerdings nicht so wohl gefühlt. Die Leiterin dieser Gruppe, die gleichzeitig eine meiner Übungsleiterinnen ist, fragte ihn dann,ob er gerne in Lispenhausen Sportakrobatik machen möchte. In dieser Gruppe gibt es einen kleinen Jungen, der bisher keinen Partner hat. Und so kam Said zu uns. Von Anfang an haben sich die Jungs verstanden und in unserer Gruppe war er von dieser Stunde an ein voll akzeptiertes und integriertes Mitglied. Said ist sehr umgänglich und sozial, hilft gern den jüngeren Sportlern und ist bei allen (28 Mädchen und 2 Jungen) sehr geschätzt. Die deutsche Sprache hat er bis jetzt recht gut gelernt, so das die Verständigung immer einfacher wird.
 


Seit Anfang 2017 gehört er mit seinem Akrobatikpartner Eric Haifl (11) zum festen Bestandteil der Wettkampfmannschaft. Mit Begeisterung nimmt er am Wettkampfgeschehen teil und entwickelt sich von Wettkampf zu Wettkampf weiter. Er ist sehr ehrgeizig und motiviert und hat das Ziel, mit seinem Partner viel zu erreichen. Dies führte auch dazu, dass die beiden sich für die hessischen Meisterschaften qualifizieren konnten. Bei dieser erreichten sie Platz 2 (Fotos im Anhang). Sie gehören also zu den Besten in Hessen!!
 
Des weiteren nahmen die beiden im September an einem nationalen Turnier, dem Horst – Stephan -  Pokal, teil. In einem riesigen Starterfeld von über 200 Teilnehmern konnten sie sich toll präsentieren und errangen Platz 1 (Fotos im Anhang). Zugleich sicherten sie sich dadurch das begehrte Ticket zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften der Nachwuchsklasse (Bestenermittlung). Bei dieser Meisterschaft waren die beiden sehr aufgeregt und auch nicht alles klappte, wie gehofft. Die Qualifikation gelang trotzdem und sie durften nochmals im Finale antreten. Die Silbermedaille war der verdiente Lohn (Fotos im Anhang).
 
Von unserer Gruppe wurden sie zu Jahresende zur besten Formation gewählt, Wanderpokal und Geschenke waren der Lohn.
 
Am 20.01.2018 erhielten sie vom Verein die höchste Auszeichnung – den Willi Pippert Ehrenpreis. Dieser vergibt der Verein 1x im Jahr für besondere Leistungen oder hervorragende Arbeit im Verein. Das war eine besondere Ehre, dass so junge Sportler mit diesem Preis geehrt wurden (Bilder im Anhang).
 
 
Said hat im Mai 2017 eine Ablehnung seines Asylantrags erhalten. Er nahm sich einen Anwalt in Eschwege(?) und ich und sein Akrobatikpartner schrieben ein Gesuch an das Bundesamt für Migration (Kopie des Schreibens im Anhang).
Den Rotenburger Bürgermeister Herrn Christian Grunwald habe ich in diesen Fall einbezogen, er wiederum hat die Landtagsabgeordnete Lena Arnold mit wichtigen Infos damit betraut. Also wir haben auch schon versucht, ein paar Hebel zu bewegen.
Seit August 2017 hat er eine Ausbildung bei der Firma STRABAG in Bebra begonnen. Meines Wissens nach ist er sehr interessiert bei dieser Ausbildung dabei und lernwillig.
Momentan ruht das Ausweisungsverfahren solange er die Ausbildung macht. Aber was wird danach aus ihm?
Deshalb setze ich mich so für Said ein, da ich und alle Sportlerinnen der Akrobatikgruppe sich wünschen, dass Said immer ein Mitglied unserer Gruppe sein darf.
Er hat niemanden aus seiner Familie hier in der Nähe, so dass ich manchmal  Mamaersatz für ihn bin, was ich gerne tue.
Said ist ein tolles Beispiel dafür, dass Integration auch mit unterschiedlichen Kulturkreisen und
Mentalitäten funktioniert. Wir respektieren uns so wie wir sind und lernen voneinander.
 
Am Samstag, den 02.02.2018 findet ja in Rotenburg/Fulda die Abschlussveranstaltung Sport der Kampagne der Landesregierung „Hessen lebt Respekt“ statt. Im Vorfeld führte ich einige Gespräche mit Herrn Birkel, den Leiter der HEAE Rotenburg. Er lud mich mit ein paar Sportlern / Sportlerinnen zu dieser Veranstaltung ein. Die Jungs Said Mosavi und Eric Haifl werden an diesem Tag die Abschlussveranstaltung sportlich umrahmen.
 
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