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veröffentlicht am 27.09.2017

Staatsminister Peter Beuth zu Gast

Informationsveranstaltung des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg

 

„Der Sport ist ein Massenphänomen“, sagte Staatsminister Peter Beuth in einer Informationsveranstaltung des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg in Bebras Hessischen Hof. Zweidrittel der Menschen im Land würden Sport treiben. Das seien vier von sechs Millionen – und der Trend zu immer mehr Aktiven sei ungebrochen. Der Minister verwies auf die Mitgliederstatistik des Landessportbundes und die Zuwächse allgemein. Immer mehr Angebote für alle Altersgruppen sei der Auslöser für diese Entwicklung. Menschen würden sich in Vereinen engagieren, weil sie Spaß und Freude am Sport haben und hier Werte vermittelt würden, wie Fairness, Respekt und Toleranz. Die seien wertvoll für unsere Gesellschaft. In der komme auf der Sport eine immer größer werdende Rolle zu. In unserer Region, dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg, würden die Werte des Sports noch gelebt. Ganz anders sei das in den großen Sportverbänden, wie dem Internationalen Olympischen Komitee und im Fußball der Fifa und der Uefa. Die sind nach Ansicht von Beuth eher eine Bedrohung für den Sport, weil sie für die Werte wie Fairness und Chancengleichheit nicht so eintreten würden. Der Minister nannte das Thema Doping, das nicht nur für Wettbewerbsverzerrung stehe. Gravierend seien die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der betroffenen Sportler. Gut angelaufen sei in Hessen das Thema Flüchtlinge und Integration. Das sei in Verbindung mit den Sportcoaches ein Erfolgsmodell, das im nächsten Jahr fortgesetzt werde. Zum Thema Behindertensport sprach sich Peter Beuth für mehr inklusive Gruppen in der Sportvereinen aus.
Eine große Herausforderung ist für den Minister der Erhalt der Sportinfrastruktur vor dem Hintergrund der Zusammenschlüsse von Vereinen zu Sportgemeinschaften. Einen Sanierungsstau gebe es in Hessen im Bereich der Frei- und Hallenbäder. Um die Not in diesem Bereich zu lindern, werde das Land Hessen in den nächsten sechs Jahren 50 Millionen Euro für Bädersanierungen zur Verfügung stellen, kündigte Beuth an.
Gelebte Inklusion
Die Teilhabe von behinderten Menschen durch den Sport wird im Kreis Hersfeld-Rotenburg in einem Sportverband schon erfolgreich praktiziert: die paralympischen Medaillengewinnerinnen Natascha Hiltrop (SV Lengers) und Manuela Schmermund (SG Mengshausen) bestreiten seit Jahren in ganz normalen Mannschaften die Wettkämpfe der Sportschützen bis hin zur Bundesliga.
Ehrenamtspauschale für Mitarbeiter der Vereine
Breiten Raum in der Diskussion nahm das Thema Ehrenamt im Sport ein. „Es wird immer schwieriger Leute zur ehrenamtlichen Mitarbeit in den Vereinen zu gewinnen“, sagte Kurt Ries vom TV Heringen. Von der Politik erhofft er sich Unterstützung, damit Industrie und Arbeitgeber ihre Mitarbeiter für ehrenamtliche Tätigkeiten frei stellen. Landrat Dr. Michael Koch regte Partnerschaften des Sports mit Betriebe und Unternehmen an, wie das die Feuerwehr schon praktiziere. Auch Vereine hätten die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter zu unterstützen, berichtete der stellvertretende Sportkreisvorsitzende Horst Holl. Das sei mit der Ehrenamtpauschale möglich. Die könne jeder ehrenamtlich tätige Vereinsmitarbeiter bis 720 Euro im Jahr steuerfrei erhalten. Um das Geld für ehrenamtliche Mitarbeit auszuzahlen, müsse das aber in der Vereinssatzung stehen. Holl forderte die Vereine auf, ihre Satzungen zu aktualisieren. Eine Orientierungshilfe sei die Mustersatzung des Landessportbundes Hessen. Eine Informationsveranstaltung zu „Sport und Gesundheit“ kündigte Sportkreisvorsitzender Paul Mähler im November an.
 
Herbert Vöckel
 
 

 
Informationsveranstaltung des Sportkreises Hersfeld-Rotenburg in Bebras Hessischen Hof: Staatsminister Peter Beuth (Mitte) vom hessischen Ministerium des Inneren und für Sport sprach über Herausforderungen im Sport - hier zusammen mit Sportkreisvorsitzender Paul Mähler (links) und Landrat Dr. Michael Koch (rechts).
 

 
Kurt Ries vom TV Heringen forderte mehr Unterstützung für ehrenamtliche Mitarbeiter in den Sportvereinen.
 

 
Prominenter Gast in der Informationsveranstaltung des Sportkreises: Vorderlader-Weltmeister Johannes Dippel vom SV Breitenbach am Herzberg.
 
Fotos: Herbert Vöckel
 
 
 
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